Rezension »Wie managen MediatorInnen sich selbst?« von lngrid Walther, erschienen in den „ÖVS news“

Ein Blick über den Zaun ist immer spannend und zu empfehlen. Besonders, wenn dort interessante Nachbarn leben. Unsere Nachbarn, die MediatorInnen, haben sich mit sehr persönlichen Fragen beschäftigt und im vorliegenden Buch das Selbstmanagement in ihrer Profession zum Thema gemacht.
Da gibt es zahlreiche Parallelen zu anderen Beratungsberufen und gerade die den Mediatorinnen oft nahe stehenden Supervisorinnen können Interessantes und Hilfreiches entdecken. Über Themen wie z.B. „Work-LifeBalance“, „perfektionistische Ansprüche an sich selbst“, „Umgang mit eigenen Schwächen“ wissen wir zwar recht gut Bescheid, wenn’s um unsere KlientInnen geht, aber nehmen wir uns auch die nötige Zeit, unser eigenes berufliches Handeln auf solche und ähnliche Fragen abzuklopfen?

Dieser Sammelband bietet dazu jedenfalls jede Menge Anregungen -sowohl praktischer als auch theoretischer Art. So haben sich z.B. Regina Harms und Kirsten Schroeter mit dem für Beraterinnen sicher heißen Thema „Scheitern“ auseinander gesetzt und Angelika und Heinz Strauß fragen in einem tiefgehenden Dialog, wie Mediatorinnen eigene Schwächen nutzbar machen können. Dabei gibt es nicht nur einen sehr verständlichen Einblick in relevante Ergebnisse der Hirnforschung, sondern auch sehr praktische Anregungen für das eigene berufliche Handeln.
Wenn Matthias Varga von Kibed in einem der zahlreichen Beiträge zu einem „Schluck Wasser“ und damit zum hilfreichen Perspektivenwechsel anregt, ist es genau das, was dieses Buch uns Supervisorinnen bieten kann: Einmal wieder auf neue und andere Weise auf unser berufliches Handeln zu schauen und davon profitieren.

Grundlagen der Mediation
Wie managen MediatorInnen sich selbst?

Das Buch beschreibt, wie MediatorInnen mit den besonderen Beanspruchungen ihres Berufes umgehen. Es bietet praktische Handlungshilfen und spart das Tabuthema „Scheitern“ nicht aus.