Das blockierte Unternehmen

Rainer von Gehlen
Paperback
ISBN 978-3-934-391-44-4
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142 Seiten

Kommunikationsstörungen produktiv nutzen – Wie manage ich andere und mich selbst?

Dieses Buch zeigt praxisnah, wie Kommunikationsstörungen in kleinen und großen Unternehmen zu Produktivitäts- und Motivationseinbußen führen, die die Firmen jährlich mehrere Milliarden Euro kosten. Mitarbeiter aller hierarchischen Ebenen können Gewohnheiten, Haltungen und Verhaltensweisen entwickeln, die ähnlich einer Thrombose das Kreislaufsystem eines Unternehmens blockieren, die Zusammenarbeit behindern und die operative Leistungsfähigkeit gefährden. Blockierte Unternehmen sind gekennzeichnet durch: – Wahrnehmungs- und Kontaktstörungen – Inkompatible Wirklichkeitskonstruktionen – Unklare Aufträge, Rollen und Erwartungen – Schlechte Zusammenarbeitskultur – Machtkämpfe – Vertrauensverlust – Ineffektive Teambesprechungen – Manager mit unzureichendem Selbstmanagement – Zeitmangel Auf dem Fundament aktueller Kommunikationstheorie und neurobiologischer Erkenntnisse gelingt es dem Autor, auf leicht verständliche und humorvolle Weise anhand von Fallbeispielen, Checklisten, Tabellen und Textfeldern, die den Leser einbeziehen, eine neue Consulting- und Coaching-Methode als Steuerungsmodell vorzustellen, die zu erstaunlichen Erfolgen geführt hat. Für Manager, für führungs- und personalverantwortliche Entscheider in Unternehmen jeder Größenordnung, aber auch für Politiker ist die Lektüre von besonderem Wert, da dieses Buch die Lücke zwischen Management- und Politikberatung schließt.

Der globale und der europäische Kontext

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist die globale Konfliktlinie zwischen Ost und West zunächst einmal verschwunden. Die Öffnung der Märkte in China, Indien, Arabien und der vormaligen Sowjetunion führte zu einer historisch einmaligen Verdoppelung der Arbeitskräfte. Eine riesige Geldvermehrungsmaschine ist in Gang gekommen. Enorme Vermögen sind über Nacht entstanden und der Lebensstandard ist vielerorts verbessert worden. Niemals zuvor ist in der Geschichte der Menschheit der Wohlstand auf der Erde so schnell gewachsen und noch nie war er so ungerecht verteilt. Die Konfliktlinie zwischen Arm und Reich hat sich dramatisch verschärft.

Der Blick der US-Geheimdienste in eine globalisierte Zukunft geht davon aus, dass China und Indien einen bedeutenden wirtschaftlichen und politischen Aufstieg erleben werden, begleitet von einem Machtverlust der USA.Die Rolle bzw. die Kunst der Politik wird darin bestehen, Globa-lisierungsprozesse antizipatorisch zu nutzen, bevor krisenhafte Zuspitzungen Handlungsräume einengen.Europa und Japan müssen sich darüber im klaren sein, dass sie mehr zum Wachstum der Weltwirtschaft beitragen müssen, da ihr Wachstumspotenzial viel zu gering ist. Und Amerika muss nach Meinung des Internationalen Wirtschaftsfonds seine Sparquote erhöhen.Der Westen generell muss sich daran gewöhnen, dass Asien seine Rechte einfordert. Die Region ist längst nicht mehr das Armenhaus, Billigproduzent der Welt oder nur Kopierwerkstatt. Auf Dauer wird derjenige belohnt, der Kontakt und Partnerschaft sucht und pflegt, statt von oben herab Hilfe zu offerieren. Auf lange Sicht wird die Gestaltung einer Partnerschaft noch der leichteste Schritt auf dem Weg gewesen sein, einem erstarkenden Spieler einen angemessenen Raum in der Weltwirtschaft zu gewähren.Europa wird ungeheuer große Ressourcen aufbringen müssen, um mit den Folgen der zunehmenden Alterung seiner Bevölkerung fertig zu werden. Die aktuellen Haushaltsdefizite und Schuldenstände – die deutsche Verschuldung beträgt rund 66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – bei einer gleichzeitig vorhandenen Tendenz zur Verringerung des Wachs-tumspotenzials, schaffen unabsehbare Probleme. Das Wachstumspotenzial in Europa ist nicht allein deshalb zu gering, weil die Europäer jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt haben oder ihre Lohn- und Nebenkosten im globalen Vergleich zu hoch sind, sondern weil seine Staaten überreguliert sind. Ihre Politikerkaste verfügt über ein Menschenbild, das entsprechend ihrer alten nationalstaatlichen Prägungen den eigenen Bürgern misstraut und sie dadurch schwächt. Der Reformvertrag von Lissabon etwa ist ein Monsterwerk, das kaum einer versteht. Es geht im Wesentlichen um Wirtschafts- und Machtinteressen, um mit den Weltmächten USA, Russland und Chinamithalten zu können.Das Balanceproblem des dritten Jahrtausends besteht bis auf weiteres in der Frage, wieviel Staat nötig und wieviel Selbstverantwortung jedes einzelnen Bürgers unbedingt erforderlich ist. Die Entmündigung der in Abhängigkeit dressierten Bürger wird zusätzlich noch durch mangelnde Ehrlichkeit, Klarheit und Wahrhaftigkeit der Politiker perfektioniert. Durch die fürsorgliche Belagerung des Staates sinkt das Staats- und Selbstvertrauen der Bürger, die – gebunden an den Status quo – mit der Hand in der Tasche der Anderen zu überleben versuchen.Wenn Ehrlichkeit, Klarheit und Wahrhaftigkeit im politischen und gesellschaftlichen Dialog fehlen oder gar bewusst vermieden werden, sprechen Fachleute von einer Kommunikationsstörung, beziehungsweise von einer Wahrnehmungs- und Kontaktstörung, die zu einem wechselseitigen Vertrauensverlust führen muss.Weil andere Volkswirtschaften besser geworden sind, wird plötzlich die Marktwirtschaft in Frage gestellt und nicht mehr wahrgenommen, dass unsere Wirtschaftsordnung nicht kapitalistisch, sondern sozial und marktwirtschaftlich ist, und dass es die Wirtschaft ist, die die Arbeitsplätze schafft, und der Staat, der ihr den entsprechenden Rahmen bietet. Weil die Standortkonkurrenz zunimmt und die Wirtschaftskraft nachlässt, wandern Arbeitskräfte ins Ausland ab. Da sich die Globa-lisierung genauso wenig wie das Gesetz der Gravitation in der Physik abschaffen lässt, ist sie ein Thema, dem sich die von langen Wachstumsperioden verwöhnten Europäer stellen müssen.Einerseits  hat der fünfzigjährige Prozess der europäischen Vereinigung unbestreitbar zu Errungenschaften wie Frieden und Reichtum geführt, andererseits erleben wir in der aktuellen Debatte mit politischen und gesellschaftlichen Akteuren, dass diese uns intern und im Ausland wegen ihrer Weltfremdheit und Konzeptionslosigkeit blamieren.Der Niedergang des Standorts Deutschland zum Beispiel, der weit in die CDU-Regierungsjahre zurückreicht, bedarf einer Korrektur, die weiter gehen muss als eine Agenda 2010. Das kurzfristige Denken, das ständige Schlechtreden und eklatante Kommunikationsstörungen auf allen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Ebenen sind zu den Hauptproblemen europäischer Gesellschaften geworden.Alles muss schnell gehen – in der Politik, im Beruf und in der Erziehung. Warum sollen nicht auch Investoren genauso denken? Die Restrukturierungsleistungen europäischer mittelständischer, börsennotierter und staatlich kontrollierter Unternehmen sind beeindruckend. Allein durch sie blieben sie wettbewerbsfähig und konnten erfolgreich viele Arbeitsplätze sichern. Die große Mehrheit der Vorstände leistet ganze Arbeit in Verantwortung für ihre Mitarbeiter, Kunden und Kapitaleigner. In Gesprächen mit den Mitarbeitern oder bei der Lektüre der Geschäftsberichte wird deutlich, dass auf betrieblicher Ebene kein Platz für Klassenkampfrhetorik ist.Die Neiddebatten über Managergehälter und die Negativität von Presse und Fernsehen verdunkeln das europäische Gesichtsfeld. Dabei gäbe es viel Positives zu berichten.Europa hat eine hervorragende Infrastruktur, eine funktionierende Verwaltung, Rechtssicherheit und gute Manager und Mitarbeiter, die mit dem Rücken an der Wand der Globalisierung zur Verbesserung ihrer Produktivität verhandlungsbereit sind. Europa darf sich nicht auf Lohndebatten und Pessimismus reduzieren und ins Bockshorn jagen lassen. Investitionsentscheidungen, speziell ausländischer Investoren, werden nicht nur anhand von Lohnkosten getroffen, sondern aufgrund vorhandener Standortfaktoren.Die über Jahre hartnäckig vermiedenen Steuergesetzreformen, Universitäten ohne Genforschung, Schulen mit Pisa-Defiziten, und nicht enden wollende Diskussionen der Vergangenheit über Rechtschreibreform, Dosenpfand und Gesundheitsreform versetzten das außereuropäische Ausland in Gelächter und untergruben das jahrelang erarbeitete Vertrauen zum Standort Deutschland. Dabei müssten deutsche Politiker nur über den Zaun nach Irland oder Österreich blicken, um zu sehen, wie man intelligente Investitions- mit Steuerpolitik im ersten und im zweiten Fall mit dem Blick nach Osteuropa erfolgreiche Stand-ort-politik betreiben kann. In Deutschland kann man nicht zu Discountpreisen essen wollen und gleichzeitig die billigen polnischen Schlachter verdammen.Die politische Klasse, Gewerkschaften und Unternehmen brauchen neben Ehrlichkeit, Klarheit und Wahrhaftigkeit vor allem mehr Professionalität, um vorhandene Kommunikationsstörungen und Entfremdungen beheben zu können. Jahrhundert-Reformen hat es nicht gegeben, und es wird sie nicht geben – auch nicht mit einer Großen Koalition. Es gilt endlich Abschied zu nehmen von Illusionen und politischen Komödien, um sich neuen Formen von Management- und Politikberatung zuwenden zu können.

Was sagt die Management-Theorie dazu?

Adam Smith und David Ricardo sind die Wirtschaftstheoretiker, wenn es um die Grundprinzipien marktwirtschaftlicher Ordnungen geht. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts waren es Walter Eucken, Wilhelm Röpke und andere der Freiburger Schule, die diese Prinzipien um eine soziale Dimension weiterentwickelten, die auf die Kontrolle der Macht und der sozialen Balance ausgerichtet war.Führende Managementtheoretiker wie Manfred Kets de Vries, Warren Bennis, Peter Drucker, Charles Handy, Fredmund Malik, Tom Peters, Peter Senge und Hermann Simons sind sich darüber einig, dass die fundamentale Voraussetzung für zukünftige Erfolge, die sich in der Steigerung des Unternehmenswertes mit langfristigen Gewinnen ausdrücken, in der Fähigkeit und Bereitschaft zu offener Kommunikation liegen. Um offen kommunizieren zu können, ist es von entscheidender Bedeutung, dass man sich selber ausreichend kennt, um andere und sich selber managen zu können.Wer aber die eigenen Motive und Ziele als Fingerabdruck seiner/ihrer Persönlichkeit zu wenig erschlossen hat, wer unklug mit sich und anderen umgeht, verpulvert eigene Kräfte und die anderer.Ein wesentliches Sicherheitsventil, um den Leistungs- und Erfolgsdruck nicht zum auszehrenden Lebenselement ausufern zu lassen, ist das eigene Verhalten. Intelligenz, Bildung und Wissen, Fleiß, Disziplin, Beharrlichkeit und Leistungsmotivation reichen heute keinesfalls mehr aus, um Erfolg zu haben. Wir müssen vielmehr wahrnehmen, welche Bedeutung dem eigenen Verhalten zukommt, und wo und wie unsere Mitmenschen zu erreichen sind. Weil die Welt komplexer wird und die Probleme immer unübersichtlicher werden, sind wir mehr denn je angewiesen auf Menschen, die mitmachen. Der Einzelne muss über die eigenen Empfindungen, Gedanken und Verhaltensmuster hinaus auch die der anderen aufspüren und sich auf diese einstellen können.Sozialkompetenz ist die Fähigkeit, Kontakt zu sich selber und zu anderen Personen herzustellen und aufrechtzuerhalten. Wichtig dabei ist es, ein Klima konstruktiven Austausches zu erzeugen, in dem eine vernetzte Vertrauensstruktur entstehen kann. Etwas burschikos und auf berufliche Belange bezogen, lässt sich sagen: sozialkompetent verhält sich, wer ohne eigene persönliche Ziele aus den Augen zu verlieren, eigenständig, umsichtig und ergebnisorientiert handelt. Eigenständig bedeutet, sich nicht automatisch eigenes Verhalten durch undifferenziertes Verhalten des Gegenübers diktieren zu lassen. Eigenständigkeit erfordert Umsicht und Einfühlungsvermögen (Empathie), um den eigenen Nutzen mit dem gemeinsamen Nutzen zu einer – wie Fachleute sagen – “Win-Win”-Strategie zu verbinden, die weder Gewinner noch Verlierer und damit auch keine Kränkungen kennt.Verhaltensklugheit gepaart mit Erfahrungsgelassenheit in kritischen Situationen ist die einträglichste und kostengünstigste Investition im kannibalisierten Wettbewerb.Egal wie fachlich herausragend eine Führungskraft qualifiziert sein mag:  Wenn sie auf Grund unterentwickelter Verhaltensqualitäten aneckt, entwertet sie ihr gesamtes Wissen, Können und Streben, da sie in zwischenmenschlichen Begegnungen die Sach- und Beziehungsebenen aus dem Blick verloren hat, wie der österreichisch-amerikanische Kom-munikationswissenschaftler Paul Watzlawick behauptet.n Die Sachebene stellt die Frage nach dem WAS- Worum geht es?- Was ist die Sache, was der Inhalt und was soll sein?Sie repräsentiert somit die rationale Dimension.

Die Beziehungsebene fragt nach dem WIE

–  Welche Vorgehensweise ist angemessen und nachvollziehbar?-  Was löst sie im Erleben anderer aus?Hier kommen die vom Selbst erschlossenen (oder noch nicht erschlossenen) Lebensmotive und Ziele als Fingerabdruck der Persönlichkeit zum Ausdruck. Sie stellen die zweite Orientierungsebene dar, die als Welt der Gefühle und der Intuition zwar das Verhalten bestimmen, aber im Alltagsgeschäft vom Management leider zu häufig ignoriert wird. Diese Ignoranz stellt eine beachtliche Störgröße und einen potenziellen Gefahrenherd für das Unternehmen dar, da ein großer Teil inner- und außerbetrieblicher Probleme auf der emotionalen Seite angesiedelt ist.Sozialkompetenz ist keine sozialromantische Schwärmerei, sondern ein von der Managementtheorie und von Börsenanalysten nach wie vor unterschätzter Baustein für unternehmerischen und persönlichen Erfolg.Was den Menschen im Unternehmen zu schaffen macht, ist nicht die Arbeit, sondern das menschliche Gegeneinander in Form von Neid, Bevormundung und qualitativ schlechter Kommunikation. In sozialkompetenter Umgebung sind die Mitarbeiter motivierter, produktiver, flexibler und gesünder. Die meisten Konflikte, die zu nachhaltiger Demotivation führen, entstehen meist nicht auf der Basis unterschiedlicher Vorstellungen über Inhalts-, sondern über Beziehungsaspekte, die durch Empathiemangel und Selbstverborgenheit im Umgang miteinander ausgelöst werden.Sozialkompetenz rechnet sich auch ökonomisch. Dynamik und Komplexität in Unternehmen jeder Größenordnung erfordert, dass viele Menschen mit verschiedenen “Wirklichkeitskonstruktionen” (P. Watz-lawick) aus ganzem Herzen an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen müssen. Die muss zusätzlich auch noch stimmen! Damit wird Sozialkompetenz zu einer ökonomischen und politischen Notwendigkeit für die Zukunft.Wenn viele Unternehmen heute aber in Wahrheit von Börsen-analysten und Investoren geführt werden, weil sie keine Eigentümer mehr haben, und diese als Spieler weder an Langfristigkeit noch an Interessensausgleichen, sondern an kurzfristiger Verbesserung des Sharholder-Values interessiert sind, wie kann in einem solchen Klima offen kommuniziert werden?Aktienoptionen, die zur Motivationssteigerung der Mitarbeiter eingeführt worden sind, verführen nicht selten zu Manipulation und Selbstbereicherung und säen im Unternehmen Misstrauen, Demotivation und Vermeidungshaltungen und führen häufig zu eklatantem Fehlverhalten im Management.Junge nachwachsende Manager mit ihrem noch ungebrocheneren Wahrnehmungsvermögen stellen den noch amtierenden schlechte Zeugnisse aus. Die Macht enger Seilschaften narzisstischer, autoritärer, karrierebesessener und angepasster Egoisten ist noch längst nicht gebrochen.Auch haben viele der sogenannten “Megatrends” oder “ultimativen Wahrheiten” der vergangenen Jahrzehnte heute keine Bedeutung mehr. Sie konnten die wirtschaftlichen, unternehmerischen und persönlichen Fehlentwicklungen nicht verhindern, die wir heute schmerzhaft beklagen. Unsere Wirtschaft und Gesellschaft braucht eine grundlegend neue und offensive Diskussion über die Kernfragen:

•    Was zeichnet ein erfolgreiches Unternehmen im globalen Wettbewerb zwischen Darwinismus und Standortsicherung aus?

•    Wie wird verbessertes Wahrnehmungsvermögen zukünftiges Management- und Führungsverhalten prägen ?

•    Welche Rollen spielen dabei Emotion und Verstand?

•    Wo liegen Chancen und Gefahren?

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, sagte im Hinblick auf den Mannesmann-Prozess: “Das ist das einzige Land, wo diejenigen, die erfolgreich sind und Werte schaffen, deswegen vor Gericht stehen.” Bei einer Äußerung wie dieser ist zu vermuten, dass die Berufsgruppe der Kabarettisten es in Zukunft hierzulande schwer haben wird, derartige Arroganz und Komik zu überbieten.Zu der Lethargie weiter Gesellschaftsschichten gesellen sich Empörung und Wut nicht nur über die Verschwendung kostbarer Ressourcen wie Geld und Mitarbeitermotivation, sondern auch über die mangelhafte Qualität von Führung und Management, die häufig eine Folge persönlicher Unzulänglichkeiten ist. Zudem regelt und überreguliert sich dieses Land zugrunde. Haben Australier zum Beispiel am Sonntagabend eine gute Idee, können sie am Mittwochmorgen bereits ihr eigenes Unternehmen führen. Deutsche hingegen brauchen laut einer Studie der Weltbank für die Gründung rund fünfundvierzig Tage. Zuviel Ordnung schafft zusätzliche Abhängigkeiten und Unordnung.

 

Inhalt:

 

Inhalt
Vorwort
0. Einleitung: Der globale und der europäische Kontext
Was sagt die Management-Theorie dazu?
1. Stillstand bei hoher Geschwindigkeit
Wahrnehmung, Kontakt und Energie

– Gleiche Spieler, anderes Spiel: spACE for action

– Die Spielregeln zu ändern ist viel leichter, als den Charakter der Spieler zu beeinflussen

– Neurobiologen entdecken die Macht der Intuition
2. Der Gebrauch persönlicher Präsenz zur Verbesserung der
Führungskompetenz: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Der siebte Sinn: Erinnern lehrt Vorbeugen

– Trost bei Unvollkommenheit:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

– Unwohlsein ist häufig die Folge falscher Entscheidungen

– Hilflose Berater: Zur aktuellen Lage der Consulting-Branche

– Unternehmen und Behörden fordern verstärkt konkrete Unterstützung, um ihre
operative Leistungsfähigkeit zu verbessern

– Der Chef wird unnötig

– Schlichten statt richten

– Stochern im Nebel
3. Scheitert die Informationsgesellschaft an mangelnder
Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit?
Von der Physik lernen: spACE for action

– Produktivitätsreserven
liegen in der Überwindung destruktiver Verhaltensweisen

– Wie Innenweltprobleme Außenweltprobleme schaffen: Die Deutsche
Bahn

– Gelassenheit durch Vielfalt

– Eliten und Nieten
4. spACE for action: ein Kraftwerk mit Methode
Ein Trompeter, der nicht auffallen will, hat seinen Beruf verfehlt
– Echte Unternehmer bauen etwas auf und nicht nur um

– Das wirkliche Wunder ist, dass das Gute existiert
5. Kommunikationsstörungen produktiv nutzen
Kollektive Auseinandersetzung erzeugt Qualität und schafft neue Handlungsräume

– Neue Handlungsräume

– Umwege erhöhen die Ortskenntnis

6. Wenn Finanzdaten den Diskurs in modernen Unternehmen
dominieren: Der Unternehmensinfarkt und seine Prävention
Versicherungen sind nicht immer sicher

– Selbstkritik: Argumentativ abrüsten, um Verschiedenheit und Vielfalt zu erzeugen

– Mimosen in Hosen

– Selbstjustiz durch fehlende Antizipation
– Jenseits vom Metaplan: Durch Zuhören motivieren

– Das Vertraute und das Fremde: Einfalt oder Vielfalt ?

– Von der Gegenwart in die Zukunft und zurück

– Mit Wahrnehmung und Wertschätzung zur Wertschöpfung

– Die Entthronung des Homooeconomicus: Who cares, wins
7. Veränderungsmanagement als Fortführung des Bestehenden?
Gut gemeint ist nicht unbedingt auch gut gemacht

– Spagat zwischen zwei Welten: Die Macht der Börse

– Die Herausforderung für Führung im 21. Jahrhundert liegt in der Entfaltung von
Handlungs- statt Herrschaftswissen

– Der Gebrauch persönlicher Präsenz als Werkzeug: Das Ich als entscheidendes Nadelöhr
– Führung ist beides: zutiefst persönlich und immanent kollektiv

– Das wichtigste Werkzeug für die Veränderungen im Management des 21. Jahrhunderts ist die Persönlichkeit des
Führenden selber
8. Narzissmus: Der blockierte Manager

Mach dich nicht so groß, so klein bist du doch gar nicht

– Schlag nach bei Shakespeare
9. Wie manage ich andere und mich selbst?
Wohlbefinden schafft Wertschöpfung

– Wo Wut ist, ist auch Weh

– Nur die verletzte Auster produziert eine Perle

– Stolz ist die vornehme Form von Trotz

– Was ist ein gesundes Selbstbild?

– Toleranz aus Respekt

– Muster nutzen oder von ihnen benutzt werden?

– Managen und Führen: Tue etwas und finde heraus, wer Du bist

– Wie ist die Lage und was ist zu tun: Die Bedeutung der drei Mind-Sets des spACE for action für die Zukunft
10. Schlusswort: Nur wer an die Zukunft glaubt, hat eine
Literatur

Der Autor

Rainer von Gehlen

  Rainer von Gehlen berät internationale Konzerne, mittelständische Unternehmen und Behörden in Fragen der Strategieentwicklung u.a. bei Fusionen, Kommunikations- [...]

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